Mittwoch, 29. Juni 2011

noch 16 Tage ....

Noch 16 Tage bis zum Abflug, langsam wird es spannend. Wird Zeit für's Packen, es muss alles in einen Ortlieb-Packsack rein. Könnte knapp werden, und alles am Körper tragen dürfte bei der Hitze eine schweisstreibende Angelegenheit werden.
Mein Reisepartner Hartmut ist inzwischen in Süd-Korea angelangt und organisiert die Weiterreise nach Vladivostok. Der Abschied von seiner Frau nach der gemeinsamen Reise quer durch Nordamerika fiel ihm sichtlich schwer, lest selbst. Als kleinen Trost das Abschiedslied von Gröni im YouTube-Fenster.
Apropos Grönemeyer, er gehört ja zur selben Generation wie Hartmut und ich, und den Wohlstandsspeck sieht man ihm doch ziemlich an mittlerweile. Eigentlich kann er ja weder tanzen noch singen, und trotzdem fasziniert er sein Publikum mit seiner positiven Ausstrahlung und seinem ganz eigenen Ausdruck von Gefühlen. Meine Tochter Katharina und ich waren in Frankfurt jedenfalls begeistert.

Ulli in ihren Lieblingsfarben
  
Vergangenes Wochenende feierten meine Freundin Ulli und ich den Ferienbeginn in einem Wellness-Hotel im Hunsrück. Der Ort hieß Langweiler, aber es war alles andere als das. Sagt man zu den Bewohnern jetzt Langweiler oder Langweilerer? Egal, das Essen war köstlich, Sauna und Pool ein Vergnügen, und ohne Notebook kamen wir auch mal wieder richtig zum Lesen und Klönen. Danke, liebe Ulli, für das schöne Wochenende.


Der Hammer kam aber dann gestern. Mein Jüngster wurde nach vielen Höhen und Tiefen in seiner schulischen Laufbahn und als BWL-Student in Trier bei der SWISS zur Pilotenausbildung angenommen! Nicht nur für ihn ein Traumberuf, die ganze Familie fieberte mit. Toll, dass das noch vor meinem Abflug geklappt hat. Freu mich schon drauf, in ein paar Jahren mal zu hören "Guten Tag, meine Damen und Herren, hier spricht ihr Co-Pilot Benjamin K....!".  

Einige Reisevorbereitungen sind auch erledigt. Für ein paar Euro bin ich dann doch noch schnell ADAC-Partner-Mitglied geworden. Ab der Türkei mit Voll-Service, aber laut Internet auch in Asien für den Ersatzteilversand hilfreich.Früher bin ich mit jedem Carnet de Passage wieder eingetreten und habe nach einem Jahr gekündigt, weil mir die politische Gesinnung des Automobilklubs schon immer suspekt war. Autofahrer an die Macht, nein danke, dann doch lieber das Orginal von Grönemeyer (Kinder an die Macht). Aber für den Fall der Fälle doch ganz hilfreich, wie ich in der Vergangenheit erleben konnte.
Den gordischen Knoten bezüglich Photoausrüstung habe ich auch zerschlagen, zeitgemäß einfach durch einen Klick im Internet. Statt der Canon 5D Mark II , für die in Kürze ein Nachfolgermodell herauskommen soll, oder der Canon 7D, die ohne Vollformat trotzdem schon unverschämt teuer ist, habe ich mich jetzt für die Billig-Variante Canon 600D mit den folgenden Vorzügen entschieden:
  • 18 MP Sensor 
  • Schwenkdisplay
  • Video im HD-Format
  • externe Blitzsteuerung
  • günstiger Preis

video
Ein paar Tests mit Photo und Video habe ich schon gemacht, die Bilder sind nicht schlechter als bei der 50D; einzig die fehlende automatische Nachführung der Schärfe bei der Videoaufnahme ist lästig. Oben das Johannisfest in Mainz.

Canon 50d und Canon 600d

Insgesamt aber eine gute Ergänzung meiner Ausrüstung. Ohne Tele, dessen 1,5 kg ich mir um den Hals hängen will, wiegt der Rucksack jetzt 6 kg, plus das Notebook in einer Extratasche, ich hoffe, das gibt keinen Ärger am Flughafen. Zur Not hänge ich mir alle Kameras um, dann wird es schon irgendwie klappen.



Samstag, 4. Juni 2011

im 21.Jahrhundert ...

Wer von uns Oldies hätte damals, als schon der Anruf aus dem europäischen Ausland nach Hause ein kompliziertes und teures Unterfangen war, sich vorstellen können, welche Möglichkeiten 40 Jahre später das Internetzeitalter bieten würde. Gut, 80 Tage für eine Weltumrundung brauchte man auch damals schon nicht mehr. Aber dass die Daheimgebliebenen heute auf Schritt und Tritt eine Reise in den entferntesten Winkeln der Erde verfolgen können, und das manchmal ohne Zeitverzögerung, das finde ich wirklich bahnbrechend. Mit positiven wie auch negativen Aspekten, das will ich nicht bestreiten.
neue Passbilder in Ägypten 1979
War früher eine größere Reise ein Hintersichlassen des normalen Alltags, der Arbeit, der Bekannten und Freunde, so führt man diese Dinge heute immer mit sich. Problem in einem Arbeitsablauf, die Kollegen kennen sich nicht aus, schon wird XYZ auf Hawaii angerufen, um das Problem zu lösen, möglicherweise um 2 Uhr morgens, weil daheim niemand mit einem Zeitunterschied von 12 Stunden rechnet. In den Mails unterwegs findet sich die Nachforderung des Finanzamts genauso wie der Abschiedsbrief der Freundin, die sich allein gelassen fühlt. Boris B. genügte dazu sogar eine SMS. Was aber soll man als Reisender mit schlechten Nachrichten machen? Nach Hause fahren und Probleme lösen? Handy ausschalten? Ich habe schon Reisende getroffen, die waren mehr mit dem Kontakt nach Hause zu gange als mit dem Erleben einer neuen und fremden Welt. Warum dann diese schöne neue Welt?
Zuerst mal, weil es diese Möglichkeiten gibt. Es gibt Sicherheit zu wissen, dass ich mich in einer Notlage mit Daheim in Verbindung setzen kann. Und umgekehrt werde ich benachrichtigt, wenn in der Familie ein Unglück passiert. Es gehört zu den Reisevorbereitungen, sich Gedanken über die Kontaktaufnahme zu machen, und wenn es dann vor dem Beginn der Reise auch funktioniert wie gewünscht, dann steigert es die Befriedigung. Zugegeben, der Jugend fällt das leichter, wir Alten tun uns mit Internet, Ports, iframes und dynamischer IP Adresse doch ziemlich schwer. Umso schöner für beide, wenn ein Teenager einem älteren Menschen dabei helfen kann.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Weitergabe von Daten und Berichten an andere Traveller, die darauf aufbauend ihre eigenen Reisen planen können. Inzwischen gibt es für alle Winkel der Erde GPS-Daten, man kann sie einfach in sein Navigationsgerät laden und abfahren. Ist doch klar, dass das nur auf Geben und Nehmen beruhen kann, und so werde auch ich unsere Daten hochladen.
Jetzt aber zu den letzten Änderungen meines Blogs und dem Zusammenhang mit der schönen neuen Welt.
Dazu gekommen ist erst mal eine kleine Karte mit Hilfe der tollen Seite von GPSies. Hierin wird immer meine letzte auf GPSies hochgeladene Route angezeigt. Ich habe mal den Flug über Peking nach Ulan Bator erstellt, damit es schon mal etwas zu sehen gibt. Ihr könnt, wenn es größer dargestellt werden soll, links oben auf die jeweilige Route klicken, dann kommt ein neues GPSies-Fenster. Rechts oben gibt es ein Auswahlfeld, welche Karte gewünscht wird. Für Google Earth muss das Plugin runtergeladen werden, wenn es noch nicht da ist. Man kann in der Karte Zoomen und die Karte verschieben.

Darunter gibt es ein neues Fenster mit einem YouTube-Musikvideo. Ich werde es gelegentlich wechseln, Wünsche werden erfüllt. Dann ist es nicht so still, wenn man den Bericht liest. Klickt man rechts unten auf den YouTube-Button, öffnet sich ein neues Fenster für die Musik oder auch einen Film. Leider habe ich es noch nicht hinbekommen, dass YouTube weiter abgespielt wird, wenn man auf ein Bild meines Blogs zum Vergrößern klickt. Tipp?
Internettelefonie ... noch auf dem Balkon
Zuletzt noch Etwas, das ihr im Blog nicht sehen könnt: Internettelefonie. Skype kennen bestimmt viele, ich habe es mit sipgate gemacht. Und das geht so. Meine Lebensgefährtin und ich haben uns jeder bei sipgate eine kostenlose Rufnummer eingerichtet. Die hat sogar die Vorwahl des eigenen Wohnorts. Im Router haben wir die beiden Rufnummern als zusätzliche Nummern für daheim eingetragen und mit den sipgate-Accounts gefüttert. Wenn ich jetzt von meiner sipgate-Nummer die meiner Freundin anrufe, dann kostet das nichts.
Aber ich will sie ja aus der Mongolei anrufen. Dazu kann man sich bei sipgate ein Programm für den Laptop runterladen und installieren, das mit den Account-Daten bei sipgate präpariert wurde. Wenn man nun mit dem Laptop irgendwo Internet-Anschluss hat, stöpselt man ein Headset in die Lautsprecherbuchse, ruft mit seiner eigenen sipgate-Nummer eine andere sipgate-Nummer an, und es kostet keinen Cent. Wenn man seinen Account bei dem Provider mit Geld füttert, kann man natürlich auch jede andere Nummer anrufen für wenig Geld. Tolle Sache.






Wie ihr seht, ohne Laptop und Internet-Shop geht gar nichts mehr. Deshalb habe ich mir ein kleines Notebook gekauft, das angeblich 13 Stunden ohne Strom arbeitet. Mal sehen, ob das stimmt. Im Oasis-Guesthouse in Ulan Bator gibt es WLAN, dann kann ich das gleich alles ausprobieren.
Übrigens, die Visa für Turkmenistan und die Mongolei habe ich inzwischen erhalten. Kosten für alle Visa zusammen 546 Euro plus 49 Euro Porto für die Einschreiben, und das in der billigsten Variante ohne Agentur (Ausnahme Russland) und ohne Expressbearbeitung. Leider sind die Visa-Gebühren inzwischen ein echter Faktor für das Reise-Budget geworden.