Montag, 18. Juli 2011

wo ist die XChallenge ?

Ich hatte ja schon so ein Gefühl. Über das Oasis habe ich morgens bei der lokalen Spedition angerufen, und die kennen weder den auf den Frachtpapieren stehenden Container noch meine Motorradkiste. Zahlreiche  Anrufe, immer dasselbe Ergebnis. Kein Motorrad. Keine Unterlagen. Was nun?
Bleibt nichts anderes übrig, als die Spedition in Deutschland zu kontaktieren. Meine emails werden geblockt und der DämonMailer schickt scheußliche Antworten. Also anrufen, das heißt aber erst mal warten bis 15 Uhr, denn die lokale Zeit hier ist 6 Stunden vor der deutschen. Zwischenzeitlich aber immer im Oasis parat stehen, falls das Moped doch noch auftaucht.
Andreas König von der Pan-Europa versprach dann, sich drum zu kümmern, und tatsächlich, auf irgendeinem Terminal steht die Kiste und wartet auf mich. Für heute ist es schon zu spät, aber morgen sollte es klappen. Bin gespannt, ob die XChallenge nach 3 Monaten in der Kiste noch Lust auf Bewegung hat. Irgendwie werden wir sie schon zum Laufen bekommen. Was hier so an halb oder völlig  zerbrochenen Zweirädern  nach dem Härtetest Mongolei landet, wird auch zum größten Teil wieder flott gemacht.
Ich habe ja solche Grenzerfahrungen gesucht, aber es bricht schon die halbe Welt zusammen, wenn andere Traveller spekulieren, dass das Moped möglicherweise irrtümlich zurückgeschickt wurde. Letztlich scheint sich ja alles zum Guten zu wenden, Hartmut will morgen in Ulan Bator sein. Der ATM hat auch endlich Geld ausgespuckt, man muss halt nur wissen, dass man, wenn man ENTER drücken soll, stattdessen eine andere Taste drücken muss und nicht ENTER.
Wir müssen uns ranhalten, die Pisten sollen brutal sein, und gestern wie heute hat es nachmittags geregnet.
Wegen meiner heutigen Warterei kam ich heute nicht in die Stadt, dafür noch ein paar Bilder von gestern.
Stadtbibliothek
luftiger Arbeitsplatz
Khaan Bräu
modebewußte Frauen



















Armut

Sonnenschirm immer dabei

Ulaan Baatar

Nachdem Hartmut wegen seines ausstehenden Visums noch in Russland ist, habe ich ein 4-Bett-Zimmer im Oasis ganz für mich alleine. Die erste Nacht war ok, nach dem Frühstück gings per Bus in die City. Eine Busfahrt kostet zwischen 20 und 25 Cent, das ist wirklich "öffentlicher Nahverkehr".

Erstes Ziel das Kloster Choijin Lama. Früher orakelte man hier zum Wohl des Staates. Heute werden neue Hochhäuser um das Kloster gebaut, es selbst fungiert leider nur noch als Museum.

Am Sukhbaatar-Platz lassen sich viele Menschen beobachten, die dort u.a. die Statue von Chinggis Khaan bewundern.


































































Nach dem Kloster war das Eisenbahnmuseum dran.


Danach mal etwas außerhalb in die Wohngebiete für weniger Betuchte.
rechtes Wasser Abwasser, linkes Wasser Strasse
 

So wird hier mangels Hebebühne unter dem Auto gearbeitet.

Abends ging es dann ins Theater zu einer wunderbaren Aufführung mit mongolischer Folklore. Neben einem kompletten 80-Personen-Orchester gabs verschiedene Tänze, Gesänge, Akrobatik und die Masken der Mönchtänze bei der Vertreibung der Dämonen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Obertongesänge, ein junges Mädchen mit unfassbaren Verrenkungen (Tortortion) und natürlich die Mönchstänze, bei denen mehrere Meter lange Blasinstrumente einen fast tibetanischen Eindruck hinterließen. Die Masken sind teils aus Korallensteinen gefertigt und wiegen bis zu 70 kg. Ich versuche, einen der Obertongesänge ins You-Tube-Fenster zu stellen.
Dramatik-Theater

Warten auf die Vorstellung
eine der Masken






















So sieht es rund um das Oasis aus.




























Wieder interessante Gäste, zwei Schweizer mit 60 Jahre alten Mopeds. Andres Huelsmann mit Gattin , gerade auf dem Trip nach Magadan, ist ebenfalls eingetroffen.



Sonntag, 17. Juli 2011

English spoken

Sitze gerade auf der Terrasse des Oasis Guesthouse neben sechs Amerikanern, Engländern, what ever,und einer hat sich gerade geoutet, dass er die Chinesen als solche nicht mag, u.a. weil sie kein Englisch sprechen. 2 Minuten später wird über die andern Nicht-Engländer hergezogen, die Franzosen, die Spanier, und alle sind sich einig und fühlen sich gut. Ich frage mich ernsthaft, warum sie diese Reise unternommen haben. Und ich frage mich schon den ganzen Nachmittag, warum sich alle Traveller ausgerechnet in einer Enklave Ulan Bators treffen, in der sie nur germanisierte Mongolen treffen, wahrscheinlich aber gar keine, stattdessen andere Traveller, die auch nur dasselbe machen wie alle,  von ihren Afrika-Reisen erzählen oder vom Jahr 2003.Ich werde noch eine Weile darüber nachdenken müssen, es fällt mir nichts dazu ein. Vielleicht geht es ihnen so wie mir, ich habe im Internet darüber gelesen, und wußte keine Alternative.
Ich hatte den Sitz ganz vorne auf dem Flug nach Peking, mit Möglichkeit, ein Baby in den Tragekorb zu legen. Die gewonnene Beinfreiheit wurde durch abwechselndes Schnarchen, Spielwut auf einer lauten Tastatur (die mich an meinen Kollegen Rainer erinnerte) und Beschweden bei der Besatzung meines chinesischen Nachbarn leider wieder ausgeglichen, Schlaf gleich Null. Aber ein paar Brocken Englisch konnte er, und nett war er auch.
Peking ist ein viel zu groß gebauter völlig leerer Flughafen. Nachdem es mangels Masse schon keine Leute zu bewundern gab, mal ein Blick auf den Fernseher. Tischtennis, was sonst. Endlich der Flug nach Ulan Bator.
 Ausgleichende Gerechtigkeit: die Beinfreiheit gibt es statt für mich diesmal für den Bengel hinter mir. Über 2 Stunden arbeitete dieser Dreikäsehoch meinen Rücken mit seinen Füssen, und dazu noch seine ständigen altklugen Kommentare zum Geschehen! Nerv!!! Bei der Gepäckausgabe versorgte mich sein Papa aber dann noch mit guten Informationen. Ok, verziehen.
Nach Nebel in Peking gab es kurze Zeit später blauen Himmel und eintönige Steppenlandschaft. Erst kurz vor Ulan Bator wurde es plötzlich grün, und sogar ein paar Bäume stehen hier noch. Die Mongolei aus der Luft gefällt mir, Flüsse, Seen, Wasser überall, Berge, Tiere, Jurten, es sieht schön aus.

Mit dem Taxi geht's in Oasis Camp. Sybille ist sehr nett, aber bei dem Betrieb kann sie sich nicht persönlich um alles kümmern.
Nicht weniger als 12 Motorräderstehen auf dem Hof, ein deutscher 4x4 kommt noch dazu. 3 deutsche Mopedfahrer erzählen mir von Horroretappen, ein vierter Mitfahrer ist in der Mongolei ausgestiegen. Das Pärchen vom 4x4 kann da nur lachen, sie können nicht umfallen, aber auch sie haben nur einen Schnitt von 30 km/h geschafft. Ist vielleicht doch noch einmal überarbeitungswürdig, unsere Tour.
Am Nachmittag bin ich zu Fuß auf Stadtbesichtigung. Die Hauptstrasse ist teils wirklich chaotisch. Lange Staus,wegen großer Schlaglöcher, die mein Cabrio daheim gar nicht verkraften würde. Hier regt sich keiner auf, selbst die dicken Busse meistern das. Zur Not werden die Bürgersteige als Fahrweg benutzt. Fussgänger haben hier keine Chance. Warum es hier wohl Zebra-Streifen gibt? Die Autos hupen, halten aber nicht an.
Immer noch 30°C, das komme ich beim Laufen ganz schön ins Schwitzen. Viele Mongolen laufen mit Sonnenschirm rum, sind überhaupt sehr modisch hier in der Hauptstadt. Entgegen meiner Vorstellungen bisher sind sie ziemlich hellhäutig, kaum dunkler wie wir Deutsche. Nur die Haare sind einheitlich schwarz. Bisher sind die meisten Begegnungen sehr nett. Als mir einer aber nach "Germany good - Mozart, äh..., Adolf Hitler" dann sein um den Hals gehängtes Nazi-Kreuz zeigt und seine 3 Kumpane Zustimmung signalisieren, sage ich ihm doch, dass wir da anderer Meinung sind, und verdufte.

Neben den gestylten Mongolinnen und Geschäftstypen gibt es auch immer wieder Armut und Mangel an Essen, Wohnung und Arbeit. Der hier lag direkt an der Bushaltestelle, keiner stört sich daran. 3 Millionen Menschen leben in der Mongolei, die 5 mal so groß wie Deutschland ist, davon fast die Hälfte in Ulaan Baatar, und es werden immer mehr. Ich bin gespannt, wie es im Rest der Mongolei aussieht.
Der Hauptplatz von Ulaan Baatar ist der Sükhbaatar Platz mit dem Regierungsgebäude. Von hier aus lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten in der Stadtmitte gut zu Fuss erreichen.


 Bei der Hitze suchte ich mir Abkühlung im Nationalmuseum, in dem nicht nur Gegenstände der mongolischen Kultur vom vollständig aufgebauten Ger bis zu den Dämonmasken der Kloster-Tänze zu besichtigen waren, sondern auch teils bis zu 100000 Jahre alte Funde aus der Vergangenheit.

Abends dann Kontaktaufnahme mit andern Reisenden im Oasis. Das Pärchen im Toyota Landcruiser will weiter nach Südostasien, haben ein Sabbatjahr genommen.Die 3 deutschen Motorradfahrer wollen über Russland wieder zurück, sie haben jetzt erst die Hälfte hinter sich und sind entweder schon Rentner oder haben Urlaub zusammengespart.    

Montag, 11. Juli 2011

Naadam


Naadam-Ringer by FAN111
Für die Mongolen ist das 3-tägige Naadam-Fest das Größte. Bogenschießen, Ringkämpfe und Pferderennen stehen auf dem Programm, und alle haben währenddessen frei. Dieses Jahr startet Naadam am heutigen Montag und geht bis zum Mittwoch. Damit die Mongolen 2011 das Fest so richtig genießen können, wurden die Arbeitstage Donnerstag und Freitag kurzerhand auf das Wochenende vorher verlegt, so dass sie nun 7 Tage hintereinander frei haben. Wenn ich dort arbeiten würde, ich wäre begeistert.
Bin ich aber nicht. Hartmut ist die letzten 4 Tage die 3650 km von Vladivostok bis nach Ulan Ude durchgesaust, um dort rechtzeitig sein Visum für die Mongolei zu beantragen und die restlichen 600 km bis nach Ulan Bator noch abzuspulen. Was er nicht wußte, die Mongolen in der Botschaft feiern auch Naadam, selbst wenn die Botschaft in Russland steht. Frühestens in einer Woche machen sie wieder auf und müssen dann erst mal den Stau an Anträgen abarbeiten, der durch die Woche Naadam entstanden ist. Ob die Botschaftsmitarbeiter dazu nach einer Woche feuchtfröhlichem Feiern gewillt sind? Hartmut muss sich etwas einfallen lassen, wenn er am Montag sein Visum in den Händen halten will. Aber er hat ja bisher alle Krisen meisterhaft überwunden.
Leider muss ich mich in UB nun alleine auf Tour begeben, um die Stadt zu besichtigen. Vielleicht gibt es im Oasis-Guesthouse jemand, dem ich mich anschliessen kann. Allein im Khan-Bräu macht einfach weniger Spass, es sei denn, der deutsche Besitzer ist zufällig vor Ort. Am Montag hoffe ich , das Motorrad bei der Spedition abholen zu können. Und Dienstag wollten wir eigentlich aus UB losfahren Richtung Kharkhorin. Dazu müsste Hartmut aber bis Dienstag Mittag in UB sein, und ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch noch etwas von UB sehen will. Wieder mal ist Flexibilität gefragt.

Am Wochenende war ich bei meinen Kindern , um mich zu verabschieden. Auf der Fahrt in den Hunsrück konnte ich noch einmal echtes deutsches Kulturgut genießen. Kein Wunder, dass die Übernachtungen in den Fremdenverkehrsregionen Deutschlands zunehmen. 
    Erst der zweite Blick verrät, dass die deutschen Grundstücksgestalter gar nicht so prüde und penibel sind wie immer angenommen. Aber schön? Der Grundstückbesitzer jedenfalls meint das schon, das ist nur eine Auswahl seiner etwa 500 Gartenzwerge.
Mal sehen, was uns andere Länder da so zu bieten haben.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Flexibilität

Ein wenig flexibel sein muss man bei einer selbstgestrickten Reise schon, beschweren beim Reiseleiter und Geldzurückgarantie bei Unzulänglichkeiten sind ausgeschlossen. Gut so, neigen wir daheim doch dazu,uns zu beschweren, wenn wir für unser Geld nicht die erwünschte Gegenleistung erhalten. Und natürlich wollen wir das Gebotene auch möglichst günstig und trotzdem 100% Qualität. Geiz ist geil, oder doch nicht?
Was wir uns daheim kaum vorstellen können, ist anderswo auf der Welt jederzeit Realität: Umsturz, Völkermord und Krieg. Je ärmer und weniger entwickelt ein Land ist, umso leichter tun sich machthungrige Politiker und Geschäftsleute, mit Gewalt die Verhältnisse zu ändern.Auf die Strasse gehen die kleinen Leute, hinterher sitzen aber doch wieder ganz andere an den Schaltern der Macht.
So geschehen auch in Kirgisistan, ein Land auf unserer Route zwischen Kasachstan und Tadschikistan. Nach der - von den USA gepushten - sogenannten Tulpenrevolution vor ein paar Jahren gab es im April 2010 einen blutigen Aufstand gegen Präsident Bakijew, der allzu selbstherrlich die wichtigsten Posten mit Familienmitgliedern besetzte, die Opposition verhaften ließ und zuletzt das Präsidentenamt wie in einer Monarchie vererben wollte. Nach dessen Vertreibung ging es bei den Clans um die Verteilung von Land, Wasser, Energie und die Kontrolle der Großmärkte sowie politische Einflussnahme. Nur 2 Monate später kam es zu ethnischen Übergriffen mit 2000 Toten. Die Hauptleidtragenden des Aufstands waren die Uzbeken, die etwa 15% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Vor allem in ihrer Hochburg Osh wurden sie schikaniert, getötet, geschlagen und ihre Häuser angezündet, während die meist kirgisischen Soldaten und Polizisten unbeteiligt daneben standen. Hier ein paar Eindrücke aus dem letzten April:


Die Grenzen, die zunächst alle geschlossen waren, wurden nach und nach wieder geöffnet, und die Lage beruhigte sich. Die östlichste Grenze bei SanTash ist jedoch immer noch geschlossen. Diese wollten wir ursprünglich nehmen, nicht nur, um den Charyn-Canyon in Kasachstan zu besuchen, sondern auch den Issyk Köl-See und das herrliche TienShan-Gebirge südlich davon mit der Stadt Karakol.
Sollte sich daran in den paar Wochen bis zu unserer Ankunft nichts geändert haben, müssen wir die westlichere Grenze bei Bishkek nehmen. Ob dann direkt nach Osh in den Süden, oder doch lieber zuerst östlich an den Issyk Köl und anschließend auf kleinen Wegen quer durch Kirgisistan, das werden wir vor Ort entscheiden. Trotzdem habe ich schon mal das Garmin 278 mit den neuen Routen und Waypoints gefüttert.

Hartmut soll morgen sein Moped aus dem Zoll in Vladivostok bekommen, eine Woche später will er in Ulan Ude sein und dort sein Visum für die Mongolei beantragen. Hoffentlich klappt alles, dann werden wir uns am Samstag in einer Woche in Ulan Bator wiedersehen.
Bei mir ist am Wochenende erst mal einpacken angesagt. Die letzten Tage habe ich mit Ulli noch einen Hauch des heimischen Kultursommers geschnuppert, bevor es in die Ferne geht. Neben einem klassischen Konzert des Mainzer Staatsorchesters hat uns besonders Candy Dulfer wieder gut gefallen, die auf der Zitadelle auftrat. Im YouTube-Fenster könnt ihr den bekanntesten Song von ihr hören.

Mittwoch, 29. Juni 2011

noch 16 Tage ....

Noch 16 Tage bis zum Abflug, langsam wird es spannend. Wird Zeit für's Packen, es muss alles in einen Ortlieb-Packsack rein. Könnte knapp werden, und alles am Körper tragen dürfte bei der Hitze eine schweisstreibende Angelegenheit werden.
Mein Reisepartner Hartmut ist inzwischen in Süd-Korea angelangt und organisiert die Weiterreise nach Vladivostok. Der Abschied von seiner Frau nach der gemeinsamen Reise quer durch Nordamerika fiel ihm sichtlich schwer, lest selbst. Als kleinen Trost das Abschiedslied von Gröni im YouTube-Fenster.
Apropos Grönemeyer, er gehört ja zur selben Generation wie Hartmut und ich, und den Wohlstandsspeck sieht man ihm doch ziemlich an mittlerweile. Eigentlich kann er ja weder tanzen noch singen, und trotzdem fasziniert er sein Publikum mit seiner positiven Ausstrahlung und seinem ganz eigenen Ausdruck von Gefühlen. Meine Tochter Katharina und ich waren in Frankfurt jedenfalls begeistert.

Ulli in ihren Lieblingsfarben
  
Vergangenes Wochenende feierten meine Freundin Ulli und ich den Ferienbeginn in einem Wellness-Hotel im Hunsrück. Der Ort hieß Langweiler, aber es war alles andere als das. Sagt man zu den Bewohnern jetzt Langweiler oder Langweilerer? Egal, das Essen war köstlich, Sauna und Pool ein Vergnügen, und ohne Notebook kamen wir auch mal wieder richtig zum Lesen und Klönen. Danke, liebe Ulli, für das schöne Wochenende.


Der Hammer kam aber dann gestern. Mein Jüngster wurde nach vielen Höhen und Tiefen in seiner schulischen Laufbahn und als BWL-Student in Trier bei der SWISS zur Pilotenausbildung angenommen! Nicht nur für ihn ein Traumberuf, die ganze Familie fieberte mit. Toll, dass das noch vor meinem Abflug geklappt hat. Freu mich schon drauf, in ein paar Jahren mal zu hören "Guten Tag, meine Damen und Herren, hier spricht ihr Co-Pilot Benjamin K....!".  

Einige Reisevorbereitungen sind auch erledigt. Für ein paar Euro bin ich dann doch noch schnell ADAC-Partner-Mitglied geworden. Ab der Türkei mit Voll-Service, aber laut Internet auch in Asien für den Ersatzteilversand hilfreich.Früher bin ich mit jedem Carnet de Passage wieder eingetreten und habe nach einem Jahr gekündigt, weil mir die politische Gesinnung des Automobilklubs schon immer suspekt war. Autofahrer an die Macht, nein danke, dann doch lieber das Orginal von Grönemeyer (Kinder an die Macht). Aber für den Fall der Fälle doch ganz hilfreich, wie ich in der Vergangenheit erleben konnte.
Den gordischen Knoten bezüglich Photoausrüstung habe ich auch zerschlagen, zeitgemäß einfach durch einen Klick im Internet. Statt der Canon 5D Mark II , für die in Kürze ein Nachfolgermodell herauskommen soll, oder der Canon 7D, die ohne Vollformat trotzdem schon unverschämt teuer ist, habe ich mich jetzt für die Billig-Variante Canon 600D mit den folgenden Vorzügen entschieden:
  • 18 MP Sensor 
  • Schwenkdisplay
  • Video im HD-Format
  • externe Blitzsteuerung
  • günstiger Preis

Ein paar Tests mit Photo und Video habe ich schon gemacht, die Bilder sind nicht schlechter als bei der 50D; einzig die fehlende automatische Nachführung der Schärfe bei der Videoaufnahme ist lästig. Oben das Johannisfest in Mainz.

Canon 50d und Canon 600d

Insgesamt aber eine gute Ergänzung meiner Ausrüstung. Ohne Tele, dessen 1,5 kg ich mir um den Hals hängen will, wiegt der Rucksack jetzt 6 kg, plus das Notebook in einer Extratasche, ich hoffe, das gibt keinen Ärger am Flughafen. Zur Not hänge ich mir alle Kameras um, dann wird es schon irgendwie klappen.



Samstag, 4. Juni 2011

im 21.Jahrhundert ...

Wer von uns Oldies hätte damals, als schon der Anruf aus dem europäischen Ausland nach Hause ein kompliziertes und teures Unterfangen war, sich vorstellen können, welche Möglichkeiten 40 Jahre später das Internetzeitalter bieten würde. Gut, 80 Tage für eine Weltumrundung brauchte man auch damals schon nicht mehr. Aber dass die Daheimgebliebenen heute auf Schritt und Tritt eine Reise in den entferntesten Winkeln der Erde verfolgen können, und das manchmal ohne Zeitverzögerung, das finde ich wirklich bahnbrechend. Mit positiven wie auch negativen Aspekten, das will ich nicht bestreiten.
neue Passbilder in Ägypten 1979
War früher eine größere Reise ein Hintersichlassen des normalen Alltags, der Arbeit, der Bekannten und Freunde, so führt man diese Dinge heute immer mit sich. Problem in einem Arbeitsablauf, die Kollegen kennen sich nicht aus, schon wird XYZ auf Hawaii angerufen, um das Problem zu lösen, möglicherweise um 2 Uhr morgens, weil daheim niemand mit einem Zeitunterschied von 12 Stunden rechnet. In den Mails unterwegs findet sich die Nachforderung des Finanzamts genauso wie der Abschiedsbrief der Freundin, die sich allein gelassen fühlt. Boris B. genügte dazu sogar eine SMS. Was aber soll man als Reisender mit schlechten Nachrichten machen? Nach Hause fahren und Probleme lösen? Handy ausschalten? Ich habe schon Reisende getroffen, die waren mehr mit dem Kontakt nach Hause zu gange als mit dem Erleben einer neuen und fremden Welt. Warum dann diese schöne neue Welt?
Zuerst mal, weil es diese Möglichkeiten gibt. Es gibt Sicherheit zu wissen, dass ich mich in einer Notlage mit Daheim in Verbindung setzen kann. Und umgekehrt werde ich benachrichtigt, wenn in der Familie ein Unglück passiert. Es gehört zu den Reisevorbereitungen, sich Gedanken über die Kontaktaufnahme zu machen, und wenn es dann vor dem Beginn der Reise auch funktioniert wie gewünscht, dann steigert es die Befriedigung. Zugegeben, der Jugend fällt das leichter, wir Alten tun uns mit Internet, Ports, iframes und dynamischer IP Adresse doch ziemlich schwer. Umso schöner für beide, wenn ein Teenager einem älteren Menschen dabei helfen kann.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Weitergabe von Daten und Berichten an andere Traveller, die darauf aufbauend ihre eigenen Reisen planen können. Inzwischen gibt es für alle Winkel der Erde GPS-Daten, man kann sie einfach in sein Navigationsgerät laden und abfahren. Ist doch klar, dass das nur auf Geben und Nehmen beruhen kann, und so werde auch ich unsere Daten hochladen.
Jetzt aber zu den letzten Änderungen meines Blogs und dem Zusammenhang mit der schönen neuen Welt.
Dazu gekommen ist erst mal eine kleine Karte mit Hilfe der tollen Seite von GPSies. Hierin wird immer meine letzte auf GPSies hochgeladene Route angezeigt. Ich habe mal den Flug über Peking nach Ulan Bator erstellt, damit es schon mal etwas zu sehen gibt. Ihr könnt, wenn es größer dargestellt werden soll, links oben auf die jeweilige Route klicken, dann kommt ein neues GPSies-Fenster. Rechts oben gibt es ein Auswahlfeld, welche Karte gewünscht wird. Für Google Earth muss das Plugin runtergeladen werden, wenn es noch nicht da ist. Man kann in der Karte Zoomen und die Karte verschieben.

Darunter gibt es ein neues Fenster mit einem YouTube-Musikvideo. Ich werde es gelegentlich wechseln, Wünsche werden erfüllt. Dann ist es nicht so still, wenn man den Bericht liest. Klickt man rechts unten auf den YouTube-Button, öffnet sich ein neues Fenster für die Musik oder auch einen Film. Leider habe ich es noch nicht hinbekommen, dass YouTube weiter abgespielt wird, wenn man auf ein Bild meines Blogs zum Vergrößern klickt. Tipp?
Internettelefonie ... noch auf dem Balkon
Zuletzt noch Etwas, das ihr im Blog nicht sehen könnt: Internettelefonie. Skype kennen bestimmt viele, ich habe es mit sipgate gemacht. Und das geht so. Meine Lebensgefährtin und ich haben uns jeder bei sipgate eine kostenlose Rufnummer eingerichtet. Die hat sogar die Vorwahl des eigenen Wohnorts. Im Router haben wir die beiden Rufnummern als zusätzliche Nummern für daheim eingetragen und mit den sipgate-Accounts gefüttert. Wenn ich jetzt von meiner sipgate-Nummer die meiner Freundin anrufe, dann kostet das nichts.
Aber ich will sie ja aus der Mongolei anrufen. Dazu kann man sich bei sipgate ein Programm für den Laptop runterladen und installieren, das mit den Account-Daten bei sipgate präpariert wurde. Wenn man nun mit dem Laptop irgendwo Internet-Anschluss hat, stöpselt man ein Headset in die Lautsprecherbuchse, ruft mit seiner eigenen sipgate-Nummer eine andere sipgate-Nummer an, und es kostet keinen Cent. Wenn man seinen Account bei dem Provider mit Geld füttert, kann man natürlich auch jede andere Nummer anrufen für wenig Geld. Tolle Sache.






Wie ihr seht, ohne Laptop und Internet-Shop geht gar nichts mehr. Deshalb habe ich mir ein kleines Notebook gekauft, das angeblich 13 Stunden ohne Strom arbeitet. Mal sehen, ob das stimmt. Im Oasis-Guesthouse in Ulan Bator gibt es WLAN, dann kann ich das gleich alles ausprobieren.
Übrigens, die Visa für Turkmenistan und die Mongolei habe ich inzwischen erhalten. Kosten für alle Visa zusammen 546 Euro plus 49 Euro Porto für die Einschreiben, und das in der billigsten Variante ohne Agentur (Ausnahme Russland) und ohne Expressbearbeitung. Leider sind die Visa-Gebühren inzwischen ein echter Faktor für das Reise-Budget geworden.